Stereoplay . . aug 02




Streets of Dub/ Select Cuts

Schwer leidend, aber unermuedlich hoffend schleppt sich der Regga Fan von einer Saison zur naechsten - und zieht allzuoft desillusioniert Billanz, wenn einstige Groessen wie UB40 noch ein wenig tiefer in den Niederungen des Bierzelt-Reggae versackt sind oder die Dub-poetry Ikone Linton Kwesi Johnson wieder ein Jahr basisdemokratische Kaerrnerarbeit in den schwarzen Communities von London leistet anstatt ein neues Album vorzulegen.
Ein Glueck das da gerade Bob Marleys klassischer Rootsreggae eine erfolgreiche Klangkur absolviert - und das in West und Mitteleuropa eine Szene exsistiert, die das, was unter dem Oberbegriff Reggae zu subsummieren ist, enorm kreativ be- und verarbeitet. Eine ihrer HauptstAedte liegt donauabwaerts und groovt schon seit Jahren gekonnt in laessigen Dub & Reggaesounds: Wien.

Neben den Genrestars Kruder & Dorfmeister schob sich zuletzt vorallem das Projekt Dubblestandart ins Rampenlicht und praesentiert nun ein Album, das Szenegaenger elektriesieren koennte und dem auch Reggae Traditionalisten ein Ohr leihen sollten. Denn erste Sporen verdiente sich die Crew um Komponist und Bassman Paul Zasky als europaeische Begleitband von Altstars wie Dillinger oder Lee Scratch Perry, dann erst experimentierte man mit Samples und Delay Effekten, die heute den Dubblestandart Sound praegen.

Die Werkschau "Streets of Dub" (moeglicher Untertitel: Im tiefen Tal der Superbaesse) versammelt nun fruehe Tracks und aktuelle Kooperationen mit "Brothers in Mind" wie Klaus Waldeck oder Mad Professor unaufhaltsam sich vorwaerts waelzende Groove Monster wie "10Tons of Dope" (mit Dillinger am Mikrofon) und spacige Tracks wie "Return from Planet Egalica", die aber nie die Sound Koordinaten Jamaicas aus den Augen verlieren. Christof Hammer